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Pisa

Pisa

Pisa

Dom Santa Maria Assunta





Überblick

Pisa

Campanile der Kirche Santa Maria Assunta (Dom zu Pisa)



Die italienische Stadt Pisa in der Region Toskana ist aufgrund einer Vielzahl von Studenten eine lebendige Stadt. Sie liegt in der Nähe der Mündung des Arno in die Ligurische See. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Pisa zudem ein mächtiger Stadtstaat (Republik). Die Stadt ist gleichzeitig die Hauptstadt der Provinz Pisa und hat etwa 87.000 Einwohner. Das in aller Welt bekannte Wahrzeichen der Stadt ist der sogenannte "Schiefe Turm von Pisa"- der Campanile der Kirche (Dom zu Pisa). Neben einer großen Universität haben auch die Scuola Normale Superiore und die Scuola Superiore Sant'Anna, Elitehochschulen des italienischen Staates, ihren Sitz in Pisa. Pisa besitzt einen Flughafen, der 2000 Meter südlich der Innenstadt liegt. Außerdem gibt es einen prachtvollen Bahnhof im Zentrum (Pisa Centrale) von dem man La Spezia, Rom und Florenz direkt erreichen kann.

Studenten

Pisa

Baptisterium - Taufkirche des Doms in Pisa


Die Atmosphäre und Lebendigkeit der Stadt wird von ca. 40.000 Studenten, die fast die Hälfte der Bewohner Pisas ausmachen, geprägt. Auf der anderen Seite führt dies dazu, dass die Stadt, wenn der Universitätsbetrieb ruht, wie ausgestorben wirkt, da der größte Teil der Studenten keine ständigen Pisaner sind. Das Stadtzentrum erstreckt sich über vier historische Stadtviertel, vom Bahnhof im Süden bis zur Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) mit dem Schiefen Turm im Norden.


Historische Stadtviertel

Pisa

Historische Stadtviertel in Pisa


Mittelpunkt der historischen Viertel San Martino, Santa Maria, San Francesco und Sant'Antonio ist der Ponte di Mezzo, die zentrale Arno-Brücke. Da sich die meisten Touristen nicht weit vom Schiefen Turm entfernen, findet man in Pisa eine der Städte der Toskana, die recht ursprünglich und echt geblieben sind. Entfernt man sich nur wenige hundert Meter vom Turm, sieht man verwinkelte Gassen, Bars und die typischen im Pisaner Gelb gestrichenen Häuser, die den ehemaligen Reichtum der Stadt noch erahnen lassen.


Dom zu Pisa

Pisa

Dom Santa Maria Assunta - Altarapsis - thronender Christus in Gesellschaft von Maria und Johannes - Foto: Wikipedia - Autor: James Bradley - Lizenz s.u.


Das wohl bekannteste Bauwerk in der Stadt Pisa ist der Dom mit seinem berühmten Kirchturm. Nicht nur die Tatsache, dass der Turm schief gebaut wurde, sondern auch die besondere Bauweise und äußere Architektur machen dieses Bauwerk zu etwas ganz besonderem. Die Rede ist hier gar nicht mehr von der Kirche Santa Maria Assunta, die ja eigentlich im Mittelpunkt des Interesses stehen müsste, sondern in der Hauptsache wird immer der Turm erwähnt, aber nicht nur, weil er schief ist....! Der Dom zu Pisa ist die Kathedrale des Erzbistums Pisa. Beide Bauwerke sind absolut sehenswert und von großem Interesse.


Pisa

Kanzel im Dom zu Pisa - Foto: Wikipedia - Autor: Tetraktys - Lizenz s.u.


Der Dom steht auf dem weitläufigen Rasenplatz der Piazza del Duomo, auf dem sich auch die drei dazugehörenden Bauwerke Baptisterium, Camposanto Monumentale und der Campanile (der schiefe Turm) befinden. Dieser Platz wurde vom Dichter D'Annunzio als Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) bezeichnet und wird noch heute so genannt. Trotz einer Bauzeit von über 200 Jahren wurde durch den gleichbleibenden Baustoff Carrara-Marmor und die einheitliche Fassadengestaltung ein zusammenhängendes Bild geschaffen. Der Dom wurde zum Vorbild für spätere Dombauten wie z. B. in Florenz und Siena und galt jahrhundertelang als monumentalster Bau der christlichen Geschichte. Papst Gelasius II. weihte 1118 den damals noch unvollendeten Dom ein, der der Himmelfahrt Mariens geweiht ist.


Pisa

Fassade des Doms zu Pisa


Der Baumeister Buscheto di Giovanni Giudice begann mit dem Bau des Doms im Jahre 1063 auf dem Schwemmboden vor der alten Stadtmauer. Finanziert wurde das Bauwerk mit den im gleichen Jahr von den Sarazenen vor Palermo eroberten Schätzen. Durch den weichen Untergrund sank auch der Dom im Osten leicht ein. Die kreuzförmige Grundfläche des Doms war zu diesem Zeitpunkt in Italien neu. Über der Vierung der fünfschiffigen Basilika mit dem dreischiffigen Querhaus erhebt sich eine elliptische Kuppel mit einem oktogonalen Ansatz. Sie wurde erst 1380 durch Lupo di Gante und Puccio di Gadduccio im gotischen Stil nachträglich hinzugefügt.


Pisa

Interior der Kirche Santa Maria Assunta


Die Fassade wurde am Ende des 12. Jahrhunderts von Rainaldo geschaffen und wurde als Pisaner Romanik in der gesamten Toskana zum Vorbild. Bei der westlichen Fassade erheben sich über den sieben Blendarkaden im Erdgeschoss mit seinen drei Toren weitere vier Loggien mit 52 Säulen. Sie geben den Blick auf die dahinterliegende farbige Marmorwand frei. Auf dem Giebel der 35,5 m breiten und 34,2 m hohen Fassade steht eine Statue der Madonna col Bambino (Madonna mit Kind) von Andrea Pisano. An ihrer Seite stehen Engel, die zusammen mit den beiden Evangelisten auf der ersten Loggia durch Schüler von Giovanni Pisano entstanden. Das mittlere Tor ist dem Leben der heiligen Maria gewidmet. Über diesem Tor findet man eine Erinnerungsschrift von Rainaldo. Unter dem linken Bogen der Fassade liegt das Grab von Buscheto di Giovanni Giudice, der den Dombau begann [2].



Nave (towards the altar) - Duomo - Pisa 2014

Innenansicht des Doms zu Pisa - eingebunden über Wikimedia Commons

Geschichte

Pisa

...der berühmte schiefe Turm....


Im Mittelalter war Pisa eine der vier Seefahrerrepubliken Italiens (neben Genua, Amalfi und Venedig). Zudem stand die Stadt in Konkurrenz mit den toskanischen Nachbarrepubliken Lucca, Florenz und Siena. Schließlich verlor die Republik Pisa 1406 ihre Unabhängigkeit an Florenz. In dieser Zeit hat sich das Pisanische, eine besondere Stadtsprache, entwickelt, die bis heute gesprochen wird und die auch über eine noch lebendige Schreibtradition (Scripta) verfügt.



Konzil von Pisa

Pisa

Dom Santa Maria Assunta


Bekannt wurde Pisa auch durch das Konzil von Pisa im Jahre 1409, das durch die Wahl Alexander V. und dessen Nachfolger Johannes XXIII. (Baldassare Cossa, Sohn des Grafen von Troja) versuchte, das Abendländische Schisma zu beenden, es jedoch nur verschlimmerte, so dass es plötzlich drei Päpste, einen in Rom, einen in Avignon und eben einen in Pisa, zugleich gab. Berühmte Söhne der Stadt waren Galileo Galilei (italienischer Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom), nach dem der Flughafen von Pisa benannt ist, und Fibonacci (Leonardo von Pisa), einer der bedeutendsten Mathematiker des Mittelalters.

Weitere Informationen zur Stadt Pisa in der Toskana finden Sie hier....!


Galileo Galilei

Galileo Galilei

Maler: Domenico Tintoretto (* 1560 in Venedig; † 17. Mai 1635 ebenda) - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Ein berühmter Sohn der Stadt Pisa ist der Gelehrte Galileo Galilei. Er war ein italienischer Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom, der bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren Gebieten der Naturwissenschaften machte. Er wurde am 15. Februar 1564 in Pisa geboren. Galilei stammte aus einer verarmten Florentiner Patrizierfamilie. Er wurde als Novize im Kloster der Vallombrosaner erzogen und begann 1580 ein Medizin-Studium in Pisa, das er nach vier Jahren abbrach, um in Florenz Mathematik zu studieren. Er bestritt seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht und beschäftigte sich mit angewandter Mathematik, Mechanik und Hydraulik. Durch Vortäge und Veröffentlichungen wurde man auf ihn aufmerksam.


Galileo Galilei

Titelseite von Il Saggiatore, Kupferstich von Francesco Villamena, 1623 - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Im Jahr 1589 erhielt Galilei eine Stelle als Lektor für Mathematik an der Universität Pisa, die er bis 1592 innehatte. In diesem Jahr wurde er auf den Lehrstuhl für Mathematik in Padua berufen. Hier blieb Galilei 18 Jahre lang. Als einer der ersten Menschen nutzte Galilei ein Fernrohr zur Himmelsbeobachtung. Dies bedeutete eine Revolution in der Astronomie. Galilei setzte seine astronomischen Beobachtungen fort und fand heraus, dass der Planet Venus Phasengestalten wie der Mond zeigt. Seine Forschungen in der Astronomie und seine Bewunderung und Erwähnung der wissentschaftlichen Arbeiten des deutschen Astronomen Kopernikus brachten ihn zeitweise in Isolationshaft, die Verbreitung seines Buches "Dialogo" wurde unterbunden und er wurde sogar später vor ein Gericht der Inquisition gestellt.


Florenz

Kirche Santa Croce - Grabmal von Galileo Galilei - Foto: Wikipedia - Autor: Infrogmation - Lizenz s.u.


Allein seine zahlreichen Freunde und Förderer sowohl beim Vatikan als auch in der Politik verhinderten Schlimmeres. Am 10. Mai 1633 reichte er seine schriftliche Verteidigung ein, eine Bitte um Gnade. Am 22. Juni 1633 fand der Prozess in der Basilika Santa Maria sopra Minerva statt. Zunächst leugnete Galilei, auf die Dialogform seines Werkes verweisend, das kopernikanische System gelehrt zu haben. Er wurde zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt, die er aber nicht antreten musste. Nach fünf Monaten, im Dezember 1633, durfte er in seine Villa Gioiella in Arcetri zurückkehren, blieb jedoch unter Hausarrest, verbunden mit dem Verbot jeglicher Lehrtätigkeit. Er starb am 8. Januar 1642 in Arcetri. Ein feierliches Begräbnis in einem prunkvollen Grab, das der Großherzog vorgesehen hatte, wurde unterbunden. Dennoch findet man heute ein Grabmal in der Kirche Santa Croce in Florenz.




Region Toskana

Region Toskana

...typische toskanische Landschaft...


Die Toskana - allein der Name dieser beliebten italienischen Region zaubert bei vielen ein Lächeln ins Gesicht. Vielleicht ist es auch eine geheime Sehnsucht nach einem Ort, der Ruhe und Frieden ausstrahlt. Wir sehen in Gedanken liebliche Landschaftsbilder, mit sanften Zypressen bestandenen Hügeln in mildem Sonnenlicht, zahlreiche Kunststädte mit Museen voll von den kunsthistorisch bedeutendsten Werken und eine besondere Lebensart. Kultur und Lebensart verbinden sich in der Toskana auf allerhöchste Weise und machen den speziellen Charme dieser Region aus.

Weitere Informationen zur Landschaft Toskana in Italien finden Sie hier....!



Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Stadt Pisa und den Bauwerken basieren auf dem Artikel Pisa (Stand vom 17.11.2007) und stammen mit dem Fotos "Titelfoto: Pisa, Campo dei Miracoli - Autor: Georges Jansoone" - "Dom Santa Maria Assunta - Altarapsis - Autor: James Bradley" - "Kanzel im Dom zu Pisa - Autor: Tetraktys" - "Kirche Santa Croce - Grabmal von Galileo Galilei - Autor: Infrogmation" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos sind lizenziert unter der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported", deren Bedingungen Sie hier einsehen können.

2.: Informationen zum Dom zu Pisa stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 06.11.2015!



Fotos aus Pisa



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