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Triest

Triest
Triest Blick auf den Hafen - Foto: Wikipedia - Autor: ryogt - Lizenz: s.u.




Überblick

Triest
Triest Piazza Unita d'Italia



Die Stadt Triest befindet sich im äußersten Nordosten von Italien. Sie liegt am Golf von Triest und ist eine Hafen- und Großstadt mit etwa 204.000 Einwohnern. In Triest lebt eine slowenische Minderheit. Die Stadt grenzt im Norden, Osten und Süden an Slowenien, im Nordwesten an Italien und im Westen an den zuvor erwähnten Golf von Triest an der oberen Adria. Triest ist Hauptstadt der autonomen Region Friaul-Julisch Venetien und der Provinz Triest. Die Stadt ist auch Sitz des römisch-katholischen Bistums Triest. Sie besitzt zwei bekannte Observatorien für Astronomie und für Geophysik sowie die 1924 gegründete Universität Triest. Die Stadt ist der Hauptsitz von einigen weltweit tätigen Unternehmen.



Triest
Triest Hafen


Zu den Unternehmen gehören u.a. die Kaffeeproduzenten illycaffè S.p.A., die Versicherungsgesellschaft Generali, das Schiffsbauunternehmen Fincantieri sowie das Schifffahrtsunternehmen Italia Marittima, das ehemals zum Lloyd Triestino bzw. zum Österreichischen Lloyd gehörte. Von 1382 bis 1918 gehörte Triest zur Habsburgermonarchie beziehungsweise zu Österreich-Ungarn. Sie war sein bedeutendster Handelshafen, einer der Stützpunkte der k.u.k. Kriegsmarine (neben Pula/Pola in Istrien) sowie der Sitz des Statthalters des Österreichischen Küstenlandes (Litorale) beziehungsweise der 1861 daraus gebildeten drei Kronländer Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca, Markgrafschaft Istrien und Reichsunmittelbare Stadt Triest.


Triest - Geschichte
Triest - Geschichte Karte Freies Territorium Triest - Grafik: Wikipedia (Public domain)


Kulturell und historisch blieb Triest auch als Teil Italiens seit 1918 ein Ort des Zusammentreffens von Kulturen, Sprachen, Ethnien und Religionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1945 wurden die Stadt und ihr gemischtsprachiges Hinterland erfolgreich von Jugoslawien beansprucht, nach einem Intermezzo als Freies Territorium Triest unterstand sie ab 1954 wieder italienischer Verwaltung. Triest geriet durch den Ost-West-Konflikt Jahrzehnte lang in eine verkehrspolitische Randposition. Die Nachteile der Grenzlage und der Verlust an wirtschaftlicher Bedeutung gingen mit dem EU-Beitritt Sloweniens 2004 und seinem Beitritt zum Schengener Abkommen (Wegfall der Grenzkontrollen zu Italien) 2007 stark zurück.



Trieste Canal Grande 01

Canal Grande, Trieste/Triest, Friaul-Julisch Venetien, Italien - eingebunden über Wikimedia Commons


Triest
Triest Piazza Venezia


Wer von Slowenien über die Autobahn (Galleria Monte d'Oro) ins Stadtzentrum von Triest unterwegs ist, kommt unweigerlich an der Zona industriale vorbei, wobei man entlang der Stadtautobahn (SS 202 - Nuova Supraelevata) die Größe des Hafens von Triest erst richtig wahrnimmt. Triest mit seinem Tiefwasserhafen ist heute, wie vor 1918, ein maritimes Tor für Norditalien, Deutschland, Österreich und Zentraleuropa, seit den 1960er Jahren durch seine vielen internationalen Organisationen und Einrichtungen einer der wichtigsten Forschungsstandorte Europas, eine internationale Schul- und Universitätsstadt und hat einen der höchsten Lebensstandards unter Italiens Städten. Triest besitzt eine sehr lange Küstenlinie, hat freien Meerzugang in Barcola und ist von Grünland, Wald- und Karstflächen umgeben.


Lage

Triest
Triest Impressionen


In der Stadt befand sich auf dem Molo Sartorio der Mareograf, auf dessen festgelegte Werte aus den Jahren 1875 und 1900 sich in Mitteleuropa die meisten Bezugshöhenangaben mit der Kennzeichnung „Meter über Adria“ beziehen. Triest ist auch die „Citta della Barcolana“, wie die Hinweisschilder an den Stadteinfahrten verdeutlichen, und damit jährlicher Austragungsort dieser weltgrößten Segelregatta. Triest liegt im Nordosten Italiens am Golf von Triest, einer Meeresbucht der Oberen Adria, wenige Kilometer von der slowenischen Grenze entfernt. Die Stadt ist Teil der historischen Region Julisch Venetien (Venezia Giulia), die vor dem Ersten Weltkrieg auch als Österreichisches Küstenland bekannt war und deren Gebiet heute auf die Staaten Italien, Slowenien und Kroatien verteilt ist. Da Triest durch die Grenzziehungen des 20. Jahrhunderts einen Großteil seines Hinterlandes verloren hatte, wurde Julisch-Venetien mit Friaul zur autonomen Region Friaul-Julisch Venetien vereinigt, deren Hauptstadt Triest seit 1962 ist.



Miramare castle 03

Schloss Miramare bei Triest - eingebunden über Wikimedia Commons


Höhlen und Dolinen

Triest
Triest Höhle Grotta Gigante bei Triest - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Als wichtigster Hafen Österreichs bzw. Österreich-Ungarns (1382 - 1918) wurde Triest zu einem Zentrum der Nautik und der Meereskunde. Wie zuvor erwähnt, erhielt das Hafenbecken am Molo Sartorio einen langfristig beobachteten Pegel, auf den sich seit dem 19. Jahrhundert das mitteleuropäische Höhensystem Meter über Adria bezieht; er wurde von der 1841 gegründeten Wetterwarte betreut, die heute zu dem Geophysikalischen Institut Triest gehört. Triest und sein Hinterland befinden sich an den Ausläufern des Karsts, einer steinigen, kalkhaltigen und wasserarmen Hochlandschaft, die für ihre Höhlen und Dolinen bekannt ist. Charakteristisch für diese Gegend ist auch der Bodentyp Terra Rossa, ein aus Kalkstein-Verwitterung hervorgegangener roter Lehm, der besonders für den Anbau von Wein geeignet ist. Im Weinbaugebiet Carso, das die Stadt Triest umschließt, wird vor allem die Weinrebe Carso Terrano, eine Varietät der Rebsorte Refosco, angebaut. Das Anbaugebiet erhielt 1985 das Qualitätssiegel DOC. 1986 eröffnete die Provinz Triest zwischen den Ortschaften Opicina und Sistiana die Terrano-Weinstraße („Strada del vino Terrano“). [1]


Geschichte

Triest
Triest Stadthügel San Giusto


Zur Zeit der Gründung Aquileias durch die Römer war die Gegend um Triest von keltischen und illyrischen Stämmen bewohnt. Als die Römer ab 177 v. Chr. von Aquileia aus Feldzüge nach Istrien unternahmen, erhielten sie Unterstützung durch Bewohner einer Ortschaft namens Tergeste, des ersten Ortes in Illyrien, im Gebiet der Histrer. In diese Zeit fällt auch die Gründung von drei römischen Militärlagern, der 13 Hektar großen Hauptanlage San Rocco zwischen den zwei kleineren Forts in Monte Grociana Piccola im Nordosten und Montedoro im Südwesten. Im Jahr 128 v. Chr. kam es zur erstmaligen Ansiedlung römischer Bürger in Tergeste. Die Siedlung Tergeste wurde vom griechischen Geografen Artemidor von Ephesos 104 v. Chr. erwähnt und war damals bereits eine römische Ansiedlung auf dem heutigen Stadthügel San Giusto, wo auch die Siedlungsursprünge liegen.


Trieste - Römische Basilika 2

Römische Basilika auf dem Colle di San Giusto in Triest - eingebunden über Wikimedia Commons


Römische Kolonie Tergeste

Triest
Triest Römisches Theater in Triest - Foto: Wikipedia (Public domain)


Um Christi Geburt fungierte es als Grenzfestung gegen die in den Ostalpen siedelnden Japyden. Den Namen Tergeste, der wahrscheinlich „Markt“ bedeutet und aus dem Triest wurde, behielten die Römer bei, als sich Mitte des 1. Jahrhunderts n. Ch. Tergeste als römische Kolonie zu einem wichtigen Hafenort im Römischen Reich, mit Handelsstraßen entlang der Adria und über die Julischen Alpen entwickelte. Allerdings erlangte Triest damals nie die Bedeutung des dem Golf von Triest gegenüberliegenden Aquileia. Das römische Tergeste hatte durch einen Hafen Zugang zum Meer und war ab 33 v. Chr. durch neue Mauern geschützt. Im Jahr 27 v. Chr. wurde Tergeste der X. italischen Region „Venetia et Histria“ zugeteilt. Zur Zeit von Kaiser Trajan (98 - 117 n. Chr.) zählte die Stadt 12.000 Einwohner und erhielt eine Basilika und ein Theater. [1]


Triest
Triest Castello di San Giusto auf dem gleichnamigen Stadthügel mit Resten der römischen Basilika - Foto: Wikipedia (Public domain)


Nach dem Untergang des Weströmischen Reichs im Jahre 476 teilte Triest das allgemeine Schicksal Istriens, wo Ostgoten, Byzantiner und Langobarden einander in der Herrschaft folgten, bis die Stadt 774 dem Reich Karls des Großen als ein Teil der Mark Friaul einverleibt wurde. Unter Kaiser Lothar III. erhielt der Bischof von Triest weltliche Hoheit über die Stadt. Triest behielt die Unabhängigkeit unter seinen Bischöfen bis zur Eroberung durch Venedig 1203. Für die nächsten 180 Jahre bestand die Geschichte Triests hauptsächlich aus einer Reihe von Konflikten mit Venedig, die schließlich damit beendet wurden, dass es sich 1382 unter den Schutz Leopolds III. von Österreich stellte, der auch Landesherr des benachbarten Herzogtums Krain war.




Österreichische Herrschaft

Triest
Triest Palazzo dell Lloyd e Palazzo dell Governatore - Postkarte 1908 - Foto: Wikipedia (Public domain)


Triest war von 1382 bis 1918 habsburgisch-österreichisch. Am 30. September 1382 nahm Herzog Leopold III. die freiwillige Unterwerfung der Stadt Triest in der Burg von Graz an. Im 15. Jahrhundert kam es in der Stadt immer wieder zu erbitterten Konflikten zwischen der kaiserlichen Partei, den Anhängern der Herren von Duino und den Venezianern. Besonders in den Jahren 1467 bis 1469 führten die Bürgerkämpfe zu Terrorakten und Verwüstungen in den Straßen Triests....

Weitere Informationen zur habsburgisch-österreichischen Herrschaft in Triest in Nordostitalien finden Sie hier.....!


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Triest - Schloss Miramare

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    Das Kaiserreich Mexiko (span.: Imperio Mexicano) bestand von 1864 bis 1867 auf dem Gebiet der heutigen Vereinigten Mexikanischen Staaten. Das Kaiserreich entstand aus der Republik Mexiko, als der...



Touristische Informationen Triest:

Triest
Triest Caffè Tommaseo neben der griechisch-orthodoxen Kirche San Nicolò dei Greci - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)



Adresse:

PromoTurismoFVG

Via dell'Orologio 1,
angolo Piazza Unità d'Italia

34121 Trieste

Italien


Telefon: +39 040 3478312

Fax: +39 040 3478320

E-Mail: info.trieste@promoturismo.fvg.it

Internet: www.turismofvg.it/de


Öffnungszeiten:

Jeden Tag
(auch Feiertage) von 09.00 Uhr bis 19.00 Uhr;


Quellenangabe:

Wappen von Triest
Wappen von Triest Grafik: Wikipedia (gemeinfrei)


1.: Die Informationen zur Geschichte der Stadt Triest basieren auf dem Artikel Triest (Stand vom 27.07.2017) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Die Fotos "Im Teaser: Römisches Theater - Autor: Octopus" - "Titelfoto: Blick auf den Hafen von Triest - Autor: ryogt" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Inhalte. Die Fotodateien wurden unter den Bedingungen der Creative CommonsNamensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.


Fotos aus Triest



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