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Città del Vaticano

Sehenswürdigkeiten im Vatikan Teil II

Vatikan

Vorgängerkirche der Basilika Sankt Peter






Vatikanische Hügel

Vatikan

Kirchenfenster im Petersdom



Der Name Vatikan stammt vom römischen "Vatikanus", der Bezeichnung für den Hügel, auf dem später die Basilika St. Peter, der Apostolische Palast und die Vatikanischen Museen errichtet wurden. Früher war der Vatikan ein Tuffsteinhügel außerhalb des antiken Roms. Später befand sich dort der Zirkus des Kaisers Nero. Im Zuge der Christenverfolgung wurde auch der Apostel Petrus in Rom hingerichtet und auf einem Friedhof nördlich des Zirkus begraben. Auf seinem Grab entstand schon bald eine erste Kirche, später ließ Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert eine Basilika über dem hier verehrten Petrusgrab errichten. Sitz des Papstes wurde der Vatikan erst im 14. Jahrhundert, als die Päpste aus dem Exil in Avignon zurückkehrten.

Petersdom und Petersplatz

Vatikan - Petersdom

Innenansicht der Basilika Sankt Peter (Ciborium) - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Jean-Christophe Benoist - Lizenz s.u.


Unter Papst Sixtus IV. entstand Ende des 15. Jahrhunderts die Sixtinische Kapelle, unter seinem Nachfolger Papst Sixtus V. der Apostolische Palast, der auch heute noch Wohnort des Papstes ist. Die erste Peterskirche, die San Pietro in Vaticano, wurde von 316 n. Chr. bis 342 n. Chr. von Papst Sylvester I. über dem Grab von Petrus erbaut. Der Bau der zweiten Kirche begann im Jahr 1506 und hatte eine relativ lange Bauzeit. 1626 wurde der Petersdom eingeweiht, der Endausbau dauerte bis 1650. Die beeindruckende und von Michelangelo entworfene 132 m hohe Kuppel ist mit Sicherheit eines der berühmtesten Wahrzeichen Roms und die größte Kirche der Welt.

Die Gesamtlänge der Peterskirche beträgt einschließlich der Vorhalle 212 Meter, die Breite 115 Meter (im Querschiff 152 m), die Fläche 15160 Quadratmeter. Der im Jahr 1667 vollendete Petersplatz ist ein Meisterwerk des großen römischen Baumeisters Gianlorenzo Bernini.


Petersplatz

Vatikan - Petersplatz

Rechts: Ägyptischer Obelisk


Trotz seiner gewaltigen Ausmaße, immerhin ein Durchmesser zwischen 240 und 340 m, wirkt der Platz eher filigran. Die beiden halbkreisförmigen 15 m hohen Kolonnaden scheinen das Oval des Platzes mit seinem in der Mitte befindlichen antiken 26 Meter hohen ägyptischen Obelisken sanft zu umfangen. Gekrönt wird die vierfache Kolonnade mit ihren insgesamt 284 Säulen und 88 Pfeilern von 140 kolossalen Heiligenstatuen auf der Balustrade, die ein Werk Berninis sind. Der nördliche Brunnen auf der Piazza ist ein Werk von Carlo Maderno (1613), der südliche ein Werk von Carlo Fontana (1675). Zwischen den Brunnen und dem Obelisken markieren zwei runde Marmortafeln im Pflaster die Ellipsenbrennpunkte. Von dort aus sieht man die Säulen in einer Reihe stehend. Die architektonische Gestaltung des Petersplatzes bestimmt die Wirkung der gewaltigsten Kirche der Christenheit entscheidend mit.


Vatikanische Gärten

Vatikanische Gärten

Regierungspalast im Vatikan - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Jean-Christophe BENOIST - Lizenz s.u.


Papst Innonzenz III.
(1161 - 1216), ein Zeitgenosse des Heiligen Franziskus von Assisi, ließ zu Beginn des 13. Jahrhunderts auf dem Egidius-Hügel hinter seinem vatikanischen Palast einen Kräuter- und botanischen Garten für seine Leibärzte schaffen. Allerdings war dem sogenannte Pomerium nur eine kurze Blüte beschert. Französische Machtpolitik zwang sieben Päpste, ihren Sitz nach Avignon zu verlegen. Einer heiligen Frau, Katharina von Siena, verdanken es die Vatikanischen Gärten, dass sie zu neuer Pracht erblühen konnten. Sie holte die Päpste aus Südfrankreich zurück, die sich dann für den Vatikan als ihren Wohnsitz entschieden. Mit Papst Nikolaus V. (1397 - 1455) begann dann Mitte des 15. Jahrhunderts die Renaissance das Lebensgefühl in Italien und Rom zu prägen.


Vatikan

Vatikanische Gärten


Aus dieser Zeit stammen die vollkommensten Kunstwerke, auch die Schönheit der Gärten nahe dem Petrusgrab. Der Hinweis auf das Petrusgrab macht deutlich, dass zu Beginn der christlichen Zeitrechnung ein anderes Leben hier stattfand. Keine besinnlichen Spaziergänge unter Platanen, Eichen und Lorbeer sondern das Gebrüll von Löwen, das Kampfgeschrei von Gladiatoren und die Todesqualen der ersten Märtyrer klangen vom Zirkus herüber. Auf dem Gebiet des heutigen Vatikans boten die römischen Kaiser Caligula und Nero ihren Untertanen blutrünstige Spiele, die für die Christen regelmäßig tödlich endeten. Auch Petrus wurde hier gekreuzigt, wie es die Geschichte erzählt.


Geheime Archive

Symbolfoto


Archive des Papstes bestehen etwa seit der Spätantike. Das, was man heute als Vatikanarchiv bezeichnet, wurde eigentlich als Geheimarchiv zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter dem Pontifikat Papst Pauls V. begründet und ist eine Zusammenführung von Archivalien der Engelsburg, der päpstlichen Behörden und der vatikanischen Bibliothek. Das Vatikanische Geheimarchiv ist die zentrale Sammelstelle für alle vom Heiligen Stuhl promulgierten Gesetze sowie die diplomatische Korrespondenz des Vatikans. Das Archiv umfasst ca. 85 Regalkilometer Akten (geschätzt!). Allein die (unvollständig) inventarisierten Bestände des Archivs zählen 35.000 Bände.


Vatikanische Bibliothek

Symbolfoto


Im 16. Jahrhundert wurde das Archiv unter Pius IV. (1499 - 1565) aus der Vatikanischen Bibliothek als eigene Organisationseinheit herausgelöst. Ein Großteil der Bestände aus der Zeit vor dem 8. Jahrhundert ist nach Angaben des Vatikanischen Archivs aus „nicht vollständig geklärten Gründen“ verschwunden. Bis ins späte 19. Jahrhundert wurden die Bestände weitestgehend unter Verschluss gehalten, was wiederholt wilden Spekulationen über die dort eingelagerten Dokumente Vorschub leistete. Allerdings konnten auf Antrag schon seit Beginn des 17. Jahrhunderts Wissenschaftler aus aller Welt einzelne Archivalien einsehen.


Bannbulle Martin Luthers

Vatikan - Petersplatz

Blick auf den Petersplatz und die Basilika


Bedeutende Stücke des Archivs sind etwa Briefe von Michelangelo, ein Brief Heinrichs VIII. mit der Bitte um Annullierung seiner Ehe, die Registereintragung der Bannbulle Martin Luthers oder das Originalregister von Papst Gregor VII. (1020 - 1085) mit dem "Dictatus papae". Eine umfassende Einsicht in die Bestände des Archivs wurde als erstem dem deutschen Historiker Ludwig von Pastor gewährt. Er war für seine Geschichte der Päpste seit dem Ausgang des Mittelalters darauf angewiesen, das Vatikanische Geheimarchiv zu konsultieren. Wissenschaftlern wird heute bei Vorlage eines Empfehlungsschreibens von einer Forschungseinrichtung (z.B. Universität oder wissenschaftliches Institut) der Zugang unbürokratisch ermöglicht.


Informationen zum Vatikan:



Quellenhinweis:


Die Fotos "Titelfoto Vatikan Rundgang 2 - Porträt von Papst Honorius III. (1148 - 1227), Detail aus dem Apsis Mosaik der Basilika St. Paul vor den Mauern - Autor: Alberto Fernandez Fernandez" - "Regierungspalast im Vatikan; Innenansicht der Basilika Sankt Peter; (2 Fotos) - Autor: Jean-Christophe BENOIST" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Inhalte. In der Wikipedia ist eine Autorenauflistung verfügbar. Die Fotodateien werden unter den Bedingungen der Creative Commons "Attribution 2.0" „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.




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