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Grado

Fiuggi
Fiuggi Blick auf den Ort mit der historischen Altstadt - Foto: Wikipedia - Autor: pietro scerra - Lizenz: s.u.




Überblick



Die Stadt Grado befindet sich im Golf von Triest und ist genau genommen eine Insel, allerdings bezeichnen sie einige auch als Halbinsel. Stadt und Umgebung sind reich an Geschichte und Kultur. Die Stadt zählt 8054 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019). Grado liegt an der Nordküste der Adria auf einer Küstendüne am äußersten Ende des Golfs von Venedig. Die Insel Grado wird auch Sonneninsel oder Goldinsel genannt und ist über einen Damm mit dem Festland verbunden. Grado ist eine kleine Stadt mit mehreren kleinen Häfen und zwei großen Kanälen, die das Stadtgebiet durchziehen. Auch an den Rändern der Kanäle dümpeln Boote, was den Eindruck hinterläßt, als könnte jeder Bewohner auch ein Schiff sein Eigen nennen.





Die Innenstadt von Grado ist ausgestattet mit einer Vielzahl von Urlauber-Hotels und Pensionen. Weiterhin gibt es zwei kostenpflichtige, aber gepflegten Strandabschnitte (Spiaggia Principale und Spiaggia Lido di Fido) und eine sehr schöne Fussgängerzone. In dieser Zone finden sich eine Vielzahl von Lokalen für jeden Geschmack und Geldbeutel. Am Südende der Stadt an der Hauptstraße in Richtung Grado Pineta gibt es einen Spar-Supermarkt, wo sie Lebensmittel einkaufen können. Bei Italienern ist das Städtchen beliebt und bekannt für einen tollen Strand-Urlaub. Auch einen Bootsverleih gibt es hier der ihnen ermöglicht, durch die Kanäle und Wasserstraßen zu schippern und die Lagune von Grado kennenzulernen.



Die Insel Grado ist mit dem Festland im Norden durch eine vier Kilometer lange Dammstraße und im Nordosten durch eine Straßenbrücke der Via Monfalcone über den Canale Primero verbunden. Grado ist – neben der Insel – auch Namensgeber der sie umgebenden Lagune. Die 12.000 Hektar große Laguna di Grado liegt östlich der Laguna di Marano. Die Temperatur der Lagune beträgt durchschnittlich 13,6 °C, die Luftfeuchtigkeit ca. 76,8 %. Die Tier- und Pflanzenwelt ist sehr üppig; allein über 150 verschiedene Vogelarten sind hier beheimatet. Viele Zugvögel machen im Frühling und Herbst Rast in der Lagune. Auch die Vielfalt der verschiedenen Muschel- und Fischarten ist groß. So leben hier zum Beispiel die Capa Tonda und die Venusmuschel sowie verschiedene Garnelenarten, Seezungen und Barsche.



Eine der größten der mehreren hundert Inseln der Lagune heißt (seit 582 n. Chr.) Barbana. Auf ihr steht die Wallfahrtskirche mit der Statue der Madonna mit dem Kinde, zu der die Fischer von Grado alljährlich am ersten Sonntag im Juli eine Wallfahrt veranstalten, die sogenannte Perdon de Barbana. Auf mehreren Inseln in der Lagune befinden sich Restaurants, viele der kleineren Inseln sind in Privatbesitz. Auf diesen stehen die sogenannten Casoni, kleine reetgedeckte Häuser, in denen hauptsächlich Fischer temporär wohnen. Manche der Casoni dienen den Besitzern als Wochenendhäuser. Der Dom Sant’Eufemia (Grado) ist die Hauptkirche der Stadt und eine Basilika minor.



Comune di Fiuggi Municipio Agosto 2010

Stadthalle von Fiuggi - eingebunden über Wikimedia Commons


Geschichte


Grado wurde vermutlich im 2. Jahrhundert v. Chr. als Seehafen der Stadt Aquileia gegründet und trug den Namen Ad Aquas Gradatas. Der Militärhafen unterstand der römischen Flottenbasis Classis in Ravenna. Schon nach dem Markomannensturm (ca. 180 n. Chr.) wurde ein Castrum angelegt. Zwischen Aquileia und Ravenna bestand ein ganzjähriger Handel, der über die Lagunenkette von Grado, Marano, Caorle, Venedig und Comacchio abgewickelt wurde. Ab dem 4. Jahrhundert wurden die ersten christlichen Kirchen in Grado errichtet: Sant’Eufemia, Santa Maria delle Grazie und die Kirche an der Piazza Biagio Marin. Die Kathedrale Sant’Eufemia wurde 456 unter der Herrschaft des Patriarchen Nicetas von Aquileia erbaut. Nach dem Angriff der Hunnen unter Führung Attilas 452 wurde Grado vorübergehend Sitz des Erzbischofs.



Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts liegen dementsprechend in der Lagune keine Nachweise von Siedlungen mehr vor, doch ließ sich zeigen, dass Aquileia sehr wohl fortbestand. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches gehörte Grado zum byzantinischen Venedig. Nach 568 erwählte der Erzbischof und spätere Patriarch Grado zum endgültigen Sitz, wobei dieser im 12. Jahrhundert nach San Silvestro in Venedig transferiert wurde. Zwischen 575 und 1131 residierten in Grado eigene Patriarchen, bis das Patriarchat von Venedig gegründet wurde. Über einige Jahrhunderte hindurch wurde Grado von Seeräubern und Nachbarn überfallen und geplündert, doch blieben die frühchristlichen Kirchen Sant’Eufemia, Santa Maria delle Grazie und das Baptisterium San Giovanni Battista als wertvollster Schatz erhalten.



Fiuggi San Pietro Orgel (1)

Kirche San Pietro Apostolo in Fiuggi - Blick auf den Altar und die Orgel - eingebunden über Wikimedia Commons



Dem in Grado residierenden Comes oblag die Aufgabe, den sogenannten Stapelzwang im Golf von Venedig (etwa die Linie Ancona – Pula) durchzusetzen, also die Bestimmung, dass jeder Händler zuerst seine Waren in Venedig auf dem dortigen Marktplatz zum Verkauf anzubieten hatte, sobald er die Grenzen des Stapelbereichs überschritt. Dafür standen dem Comes von Grado rund um den Golf kleine Schiffsverbände zur Verfügung. Die Herrschaft der Republik Venedig über Grado dauerte vom späten Mittelalter bis 1797. Mit dem Frieden von Campo Formio 1797 und erneut ab 1815 gehörte Grado zum habsburgischen Kaisertum und ab 1815 auch zum Deutschen Bund. Im Jahr 1854 wurden für Badegäste die ersten „camerini“, d. h. Umkleide- und Badekabinen aufgestellt. 1873 wurde das Seehospiz errichtet, das auch Kindern der ärmeren Bevölkerung zur Verfügung stand. Der Wellenbrecher Diga zum Schutz der Anlagen wurde 1885 fertiggestellt.


Video - Grado

Kur- und Badeanstalt Grado


1892 kam es unter Kaiser Franz Joseph I. per Erlass zur Gründung der „Kur- und Badeanstalt Grado“, und der Fischerort wurde zum kaiserlich-königlichen (k.k.) Seebad Grado ausgebaut. 1896 entstand mit dem Fonzari das erste größere Hotel der Stadt. Bedingungen für den Ausbau des Seebades waren die Errichtung eines artesischen Brunnens für die Trinkwasserversorgung im Jahr 1900 und die Trockenlegung das etwa 6,5 Hektar großen, östlich der Altstadt gelegenen Gebiets Corbatto in den Jahren 1900/01. 1903 übersiedelte das Wiener Künstler-Ehepaar Emma und Josef Maria Auchentaller nach Grado, wo es auf dem Areal der 1902 abgerissenen napoleonischen Wehranlage ihre Pension Fortino baute und mit professionellem Tourismusmarketing das Wiener Bürgertum anlockte. Im Jahr 1910 errichtete die kaiserlich-königliche privilegierte Friauler Eisenbahn-Gesellschaft (FEG) mit der Strecke Cervignano–Aquileia–Pontile per Grado den Anschluss an die Bahnlinie nach Wien. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges war die Zeit der österreichischen Riviera vorbei. [1]


Sehenswürdigkeiten


Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur Geschichte der Stadt Grado basieren auf dem Artikel Grado (Stand vom 03.11.2020) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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Fotos aus Fiuggi


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